Lauffröschli

kleine Sprünge & große Hüpfer

Nihilist

Agnostiker

Xenologophobiker

Bohème

Laufmisantroph

Der Vogelbräulauf

Januar 23rd, 2012

Nachtrag vom 03.09.: Nachdem nach und nach alle Teilnehmer und Helfer abgesagt hatten, blieb ich als einziger Läufer und Betreuer übrig. Fast pünktlich um 09:00 begab ich mich zur Startlinie und nahm das Rennen auf. Nach 100m kam sofort die erste Filiale, die aber erst um 10:00 öffnet und somit ans Ende des Laufs gelegt wurde. Nach 2km durch die Karlsruher Südstadt erreichte ich den Oberwald und somit auch etwas Schatten, immerhin sollten es über 30°C an diesem Tag werden. Wie üblich irrte ich ein wenig im Wirrwarr der Wald- und Feldwege umher, bis ich nach ca 10km in Ettlingen ankam und den Biergarten zum ersten Bier (und einer Brezel) enterte. Der Schweiß floß jetzt schon in Strömen.

Gut 20 Minuten später ging es wieder zurück durch die Ettlinger Innenstadt hinauf zum Wattkopf. Heroisch gefasste Gedanken über eine eingebaute Bergwertung wurden aber schnell zugunsten der nur knapp 200hm-starken, bodennahen Strecke verworfen. Neben der Erfrischung hatte der erste halbe Liter Vogelbräu keine weitere Wirkung. Nach knapp 15 Kilometern erreichte ich dann nach einem Kampf mit einem Mückenschwarm das Feldgebiet von Durlach Aue. Fast freies Feld, kein Schatten, Leidenszeit. Langsam wurden auch die Beine schwer. Nach ziemlich genau 21km kam ich ohne Gehpause im Vogelbräu Durlach an. Zusätzlich zum Bier und zur Brezel gab es noch einen Bierbeisser. Der zweite halbe Liter hatte dann doch Wirkung, als ich etwas schwerfällig auf die letzten knapp 4km schlich. Mehr gehend als laufend kam ich nach ca 3 Stunden und ca. 25km am Ziel an und stürzte mich sofort auf mein Freigetränk, in diesem Fall dann aber ein Radler.

Während des Laufs hatte ich mir dann sofort noch Gedanken über einen eventuellen Streckenverlauf für die zweite Auflage gemacht, immerhin wartet kurz nach dem Vogelbräu in Durlach der Turmberg mit einer wunderschönen Bergankunft als Finale. Der sportliche Wert der Veranstaltung war natürlich ziemlich gering, der wissenschaftliche und der gesellige Teil aufgrund der Teilnehmerzahl natürlich auch. Wird wiederholt.

Wettkampftrilogie

Dezember 11th, 2011

Um mich auf den Syltlauf vorzubereiten , habe ich mich für einige Wettkämpfe angemeldet. Nach der Schottlandtour gab es einige Tage Ruhe und einige Teller Essen, Aus Tagen wurden Wochen und aus Tellern Tröge. So kam der Tag des Schlossparklaufs näher und ich hatte seit 8 Wochen keinen Laufschritt(stop falsch: 4,21km Marathon-Glückwunschlauf für die Debütantinnen) zurückgelegt. Am Vortag konnte ich mich dann wenigstens knappe 5 km durch den Wald bewegen, Heldentaten waren aber trotzdem nicht zu erwarten. Durch die angenehme Entfernung von 2km konnte ich per Rad anreisen, trotzdem hat mich das nicht von völliger Verspätung abgehalten. Noch “kurz” zum Geldautomaten, noch “kurz” die Startnummernausgabe suchen und überhaupt wo ist denn der Start dieses Jahr? Glücklicherweise fügten sich alle Puzzleteile gut zusammen und ich konnte sogar noch einige Meter locker eintraben und das Rennen von der letzten Position aus starten. Entsprechend mühsam war dann natürlich Weg durch die Menge, um mich auf das gewünschte Tempo einzupendeln. Die Stunde wollte ich bei den 9,9km auf jeden Fall unterbieten, also 20 Minuten für die erste der drei Runden brauchen. Mit knapp 19:30 hat das auch gut funktioniert, also Tempoverschärfung. In der zweiten Runde taten dann die Beine und Füße ein wenig weh, aber das gab sich auch schnell wieder. In der dritten Runde konnte ich das Tempo noch etwas bis auf Syltlaufniveau erhöhen und zielsprintlos mit Durchschnittspuls 177 und ca. 56:30 finishen.

Nur zwei Tage später wartete schon der Hockenheimringlauf mit dann auch noch hundert Metern mehr Entfernung! Diesmal begleitet von meiner Freundin sollte es schon mein dritter Start auf der Rennstrecke sein – Bestzeitpflaster. Erklärtes Ziel sollte eine komplette Hälfte im Syltlauftempo sein. 2,5km einlaufen, 5 schnell und wieder 2,5 auslaufen. Heraus kam dann ein Crescendolauf mit glatten 54:00. Nur noch 23,33km im gleichem Tempo und Sylt kann kommen. Als Zuckerle habe dann bei einem Durchschnittspulsgewinnspiel eine Polar RS 100 gewonnen. Ich konnte einfach den Pulswert von vor zwei Tagen übernehmen…

Nur eine Woche später durfte ich dann eine Runde mit Achim Achilles im Anschluss an einen Auftritt von “Sehnen lügen nicht” durch den Karlsruher Schlosspark drehen. Interessant und spassig!

Gefolgt von einer weiteren langen Pause konnte ich mich wieder zu zwei Läufen über 5km aufraffen. Das Spiel war immer das übliche… viel Arbeit, wenig Zeit, zu spät schlafen gehen, zu spät aufstehen und chronisch gehetzt und müde. So wurde der heutige Lauf zu einem Muster ohne Wert, aber nötig, um die komplette Winterlaufserie zu bestreiten. Immerhin bleiben mir jetzt noch vier Wochen, um mich für die 15km fit zu machen…ganz zu schweigen von den 20km Anfang Februar. Beide Strecken werde ich wohl trainingslos nicht bestreiten können, ausprobieren möchte ich es jedenfalls nicht!

Heute bin ich eigentlich nur locker getrabt, ohne mich zu sehr anzustrengen. Wir sind mit drei Arbeitskollegen gestartet und die Leitungsfähigkeit war jeweils etwas unklar. Ich hätte schon gern das Rennen als Erster von uns beendet, aber konnte am Ende leider nicht mehr zulegen und kam mit einer Minute Rückstand knapp unter 55 Minuten ins Ziel. Die Karten werden aber noch neu gemischt, mein Lieber, die nächsten 25km werde ich dich vor mir her treiben! Gleichzeitg werden die nächsten Läufe der Gradmesser für mein Syltlauftempo werden. Klares Ziel sind jeweils die 05:20/km. Gelingt mir das nicht, schalte ich (wieder einmal) auf Genusslauf und werde versuchen, meinen drittletzten Platz vom Vorjahr zu verteidigen.

Schottland – Tag 1-2/16

November 5th, 2011

Jetzt bin ich mittlerweile schon länger wieder zurück. als ich überhaupt in Schottland unterwegs war. Mir gibt der Abstand eine etwas andere, weniger von Emotionen geprägte Sicht, dem Leser wird bestimmt ein vielleicht unnötig langer Bericht erspart.

Tag 1: Nach viel Irrungen und Wirrungen habe ich mich für die Anreise mit Bus und Bahn entschieden. Netterweise wurde ich von meiner Freundin zum Bahnhof gefahren, an dem schon der Zug nach Mannheim wartete. Während ich dann seelenruhig durch den Bahnhof schlenderte, ein sicheres Zeitpolster vermutend, fuhr die S-Bahn nach Ludwigshafen bereits ab. Glücklicherweise fährt von Mannheim aus fast jede S-Bahn zu diesem Zwischenhalt, so dass ich schon 3 Minuten später die Reise fortsetzen konnte. In Ludwigshafen musste ich zum Glück nur auf die andere Gleisseite und konnte in den Zug nach Mainz steigen. Eine Stunde später stand ich dann in einer langen Schlange, um in den Hahn-Express steigen zu können. Am Flughafen ging es dann in ein Flugzeug. Eigentlich fehlten jetzt nur noch Pferd, Fahrrad und Schiff und ich hätte alle modernen Fortbewegungsmittel durch gehabt. In Schottland gab es dann eine Busstaffette: der Flughafenbus liess mich meinen fix gebuchten Überlandbus nach Glasgow verpassen, aber der gewohnt nette Busfahrer hat das Tickt im Folgebus trotzdem akzeptiert. Unfassbar, wie lange man in der Buchanan Bus Station nach dem richtigem Abfahrtsot suchen kann… irgendwann war ich aber im richtigen Bus und dann auch ca 45 Minuten später in Milngavie, dem Startort des West Highland Ways. Der Busfahrer hatte mir beim Einstieg 30 Minuten angekündigt. Haltestellen werden nicht angezeigt oder angesagt, ohne Zeitangabe ist das Finden des richtigen Ausstiegs schwer. Mit falscher Fahrtzeitangabe allerdings auch.

Milngavie ist ein mittelgroßer Ort mit einer kleinen Fussgängerzone am Nordrand von Glasgow. Nachdem ich mich in zwei Supermärkten mit Getränken und einem Abendessen eingedeckt hatte, musste ich nur noch ein Photo vom Startobelisk schiessen und der Weg konnte beginnen. Doch was macht der Photoapparat? Sagt, es wären nur noch 15 Bilder möglich. Die Speicherkarte. Daheim. Im Notebook! Aargh! Kurz vor 5, wann schliessen die Geschäfte? Schnell. Wo? In einem Zeitschriftenladen wurde ich dann zu einem Tesco geschickt, der etwas versteckt, aber glücklicherweise sehr nah war. Seelig fand ich dann die gewünschte Speicherkarte zum beruhigenden Preis von 11 Pfund für 4GB. Nicht auszudenken, wenn ich das erste Bild zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen hätte. Einen Beruhigungskaffee später konte ich dann endlich den Weg beginnen.

Direkt ging es aus dem Ort entlang eines Flusses heraus in ein Waldgebiet. Überall waren noch deutlich die Spuren der Stürme der Vorwoche zu sehen. Umgeknickte Bäume und herumliegende Zweige und Äste. Am Ende des Waldgebietes lag das erste Loch, ursprünglich der geplante Übernachtungsort, der dann aber nicht besonders hübsch oder einladend war. Das Tageslicht wurde zunehmend schwächer, also lag der Fokus nun auf Zeltplatzsuche. Knappe 2km später gab es eine kleine von Steinmauern umfasste Wiese, die zudem noch von einem Hügel geschützt wurde. Nach knapp 11 Stunden Anreise war ich dann auch entsprechend erledigt und legte mich schnell zur Ruhe. Als Bettlektüre diente mir ein Buch von Anne Rice – Angel Time. Englische Bücher haben sich bei mir durch eine längere Lesedauer im Vergleich zu deutschsprachigen bewährt. Zudem saugen die Blätter gut Feuchtigkeit auf und eignen sich so allabendlich als Füllmaterial für die Schuhe.

Mitten in der Nacht musste ich mehrmals Vorkehrungen gegen die Kälte treffen, um nicht allzu sehr frieren zu müssen. Ich hatte lediglich einen dünnen Sommerschlafsack dabei, der aber noch etwas textile Unterstützung nötig hatte. Der Tag war sonnig und wolkenlos gewesen, die Nacht sternklar – ein Garant für knackige Kälte und gleichzeitig die kühlste Nacht der kompletten Reise. Knappe 10 Stunden später lachte mir erneut die Sonne ins Gesicht, leider aber zu schwach um das Zelt zu trocknen. Mittelprächtig hübsch ging es dann über breite Wege, Forststrassen und sogar etwas Asphalt zum ersten Etappenziel nach xxx. Es war erst kurz nach Mittag, die Beine fühlten sich frisch, also ging es weiter direkt auf die zweite Etappe. Etwas Puffer kann ja nie schaden, der musste sich allerdings hart verdient werden. Nach einem kurzen Waldstück ging es die ersten Meter richtig bergauf.

Auf einer Lichtung habe ich dann meine erste Pause eingelegt und einen Müsliriegel zu mir genommen. Während meines Aufbruchs traf ich drei Engländer, mit denen ich dann einige Kilometer zusammen zurückgelegt habe, bis mir das Tempo am folgenden Berg zu hoch wurde. Auch die mehrfach herumliegenden Whiskyfudges, die die Engländer bei einer Destillerybesichtigung gekauft hatten und für die Nachhut zurückgelassen hatten, konnten mich nicht zu einer höheren Geschwindigkeit führen. Der Aufstieg führte wie üblich an einem temporären Bachlauf entlang den Hügel hinauf. Der Untergrund war feucht und matschig, die Felsbrocken groß und die Neigung steil. Und es ging immer weiter. Und noch ein Stück. Und noch um eine Ecke rum. Zur Belohnung wartete auf der Kuppe ein grandioser Ausblick auf das Loch Lomond und eine Herde Highland Cattles. Durch Geschichten über Wildschweine und Elche vorgewarnt umkurvte ich die Tiere mit ausreichendem Abstand, der rückblickend durch die Friedfertigkeit der Rinder nicht nötig gewesen wäre.

Vorsichtigen Schrittes und geschafft vom Aufstieg tastete ich mich über rutschiges Gras die 250HM wieder hinab. Kurz vor Erreichen der Erdoberfläche hing ein Schild an einem Gatter: Zelten verboten auf den nächsten 20km. Informationen, die man eine Stunde vor Verlischen des Tageslichts nicht lesen möchte. Statt an dieser Stelle mein verdientes Nachlager aufstellen zu können, musste ich mich noch 5 weitere Kilometer bis zum nächsten Campingplatz schleppen, denn die Strafandrohung von 500 Pfund klang doch sehr ungemütlich. Immerhin kam ich so zu einer Dusche und einem Stuhl beim Abendessen. Die Engländer, die ich dort wiedertraf, liessen nachts ihre Sachen in der Küche – im Nachhinein keine schlechte Idee und später oft kopiert.

Schottland als No-Budget-Tour

August 16th, 2011

Als Folge einer kostspieliegen Autoreparatur ist aus der Low-Budget eine No-Budget-Tour geworden. Die ins Auge gefassten Kajakausflüge fallen wohl genauso ins Wasser wie ein Update meiner Ausrüstung. Das Herumlaufen in etwas abgewetzter Kleidung kann ich verkraften, aber die Kajaktouren werden mir fehlen. Vielleicht fällt mir in den nächsten Wochen noch ein Eimer Geld auf den Kopf. Als erste Hilfsmaßnahme mache ich mal wieder einen Flohmarktstand, auch wenn die lukrativen Artikel mittlerweile immer rarer werden. Die zweite Hilfsmaßnahme wird die Plünderung meiner Flugkasse sein, die inzwischen auf knapp 200 Euro angewachsen ist. Dominica (eine Insel…), du musst noch 9 Monate länger auf mich warten! Als Kajakalternative muss nun der Ben Nevis herhalten, der sich wohl ganz gern mal gegen den Aufstieg wert und ein paar Tage kosten kann. Der auf dem West Highland Way liegende Ben Lomond kann sich ebenfalls auf meine Anwesenheit freuen, so viel Zeit muss sein. Die Aktivitäten der zweiten Urlaubshälfte stehen noch nicht ganz fest, entweder der Great Glen Way (billigste Alternative), oder Skye(hat keinen guten Wanderweg) oder die Letterewe Wilderness (das eigentliche Ziel)

Ein langgehegter Traum

Juli 17th, 2011

Am 14.September wird ein Flugzeug den deutschen Boden verlassen, um kurz danach bei Edinburgh wieder aufzusetzten. Drei Stunden später hoffe ich dann im Norden Glasgows angekommen und am Startpunkt des West Highland Ways zu sein. Einige Kilometer später suche ich mir dann ein nettes Plätzchen für mein Zelt und freue mich auf die jetzt folgenden 160km nach Fort William, vorbei an Loch Lomond und Glen Coe. Seit meinem ersten Besuch vor 20 Jahre träume ich von einer Wandertour durch Schottland, jetzt wird hoffentlich nichts mehr schief gehen. Die zweite Hälfte des Urlaubs ist noch nicht exakt geplant und hängt von meiner Verfassung ab. Letterewe Eilderness oder Skye stehen zur Wahl.

Bislang bin ich noch nicht weiter als ca 100km an aufeinanderfolgenden Tagen gegangen, hatte aber immer wieder mit schmerzenden Füßen zu kämpfen. Zur Entlastung von Fuß und Rücken werde ich so wenig Gepäck wie möglich mitnehmen. 32 Liter – im Volksmund Daypack genannt – sollen für die 16 Tage reichen. Die 4 Tage auf dem Seensteig bin ich damit gut ausgekommen und hatte sogar noch einen dickeren Schlafsack dabei. Den freigewordenen Platz wird eine zweite Kleidungsgarnitur einnehmen. Zusätzlich werde ich mir noch ein Paar Sandalen zulegen müssen, um die in der Letterewe Wilderness häufig vorkommenden feuchten Stellen und Flüsse besser durchqueren zu können. Ich bin schon ganz gespannt auf die Reise und erhoffe mir unvergessliche Augenblicke.

Bislang habe ich noch keine Reisebegleitung, wenn also jemand spontan Lust bekommen hat…

Unlängst hat Achim Achilles auf Facebook nach den Meinungen der Läuferschar zu Laufmode und NoGo`s gefragt, um die Antworten dann gewohnt humoristisch in Kolumnenform zu packen. Mittels Übertreibung und Überzeichnung erhält man so eine Verbalkarikatur. Gelesen, geschmunzelt, gut. Mir ist allerdings bei vielen Antworten auf Facebook der Schnürsenkel aufgegangen! Es wurde nicht nur genannt, was nicht gut aussähe, es wurden gleich Verbote ausgesprochen, was man nicht tragen dürfe. Damit es nicht zu gerecht zugeht, natürlich nur für ausgewählte Läufergruppen.

Bestimmtes Equipment dürfe man nicht tragen, wenn man dick, langsam oder älter wäre. Leider waren diese Einträge gänzlich ohne Ironie und entsprechen auch schon persönlich gehörten Meinungen. Es ist jetzt nicht so, dass ich den Schreibern in der Sache nicht zustimmen würde. Viele Outfits sind zwar wunderlich und manchmal sehr unvorteilhaft, aber auch ein steter Quell der Erheiterung auf den Laufstrecken. Über wenn soll man sich denn sonst ärgern, wenn gerade kein Walker zur Fuß ist? Von mir aus kann man gern Ratschläge geben, wenn beim Träger der gesunde Menschenverstand aussetzt, aber einer Gruppe zu sagen, man dürfe etwas nicht, ist völlig daneben. Der 180kg-Läufer sehe in teurer Markenkleidung albern aus? Ein 180kg-Läufer sieht in jedem Kleidungsstück albern aus, das weiß er aber auch. Aber tut auch etwas gegen die 180.

Wer sich von fülligen Läufern in seiner Sportlerehre verletzt fühlt, wird sich immer über ein Detail lustig machen. Egal ob das Oberteil ein Zelt, die Uhr zu teuer oder die Kleidung zu sportlich sei. Ich habe einige Läufer und Walker kennengelernt, die sich zur Vermeidung von Spott nur nach Einbruch der Dunkelheit auf die Piste begeben. Dabei ist gerade am Anfang des Trainings das Wohlfühlen ein ungeheuer wichtiger Faktor. Wenn ein nettes Shirt oder eine GPS-Uhr für den Technikfreak dazu beiträgt, bitte. Dabei muss man bedenken: auch wer dabei albern aussieht, läuft dafür aber noch. Die Besitzer der im Schrank vergammelnden fast fabrikneuen Nobelzwirne sieht man dagegen nur durch Wohnzimmerfenster. Jemandem zu unterstellen, er gehöre bestimmt auch bald zu denen, mag zwar statistisch stimmen, ist aber… da geht mir wieder der Schnürsenkel auf….

Zeig ihm lieber ein aufmunterndes Lächeln als ein spöttisches Grinsen, deine Schuhsohlen sieht er dann noch lang genug.

Natürlich belle ich auch, weil ich von vielen Kritikpunkten persönlich betroffen bin. Übergewichtig, langsam, Besitzer einer GPS-Uhr, Markenfetischist. Ich laufe, weil es mir Spaß macht. Mir macht es Spaß, meine lahme Zeit dabei während des Laufs mitgeteilt zu bekommen und meine paar Meter danach auf einer Karte ansehen zu können. Keinen Spaß macht es mir dagegen, wenn mich jemand in unsinnige Gruppen stecken oder mir sonstige Vorschriften aufgrund von Äußerlichkeiten machen will.

Ich bin gern ein NoGo. Denn ich laufe! Auch mit offenem Schnürsenkel!

Neulich…

Juni 16th, 2011

…bin ich einige Intervalle gelaufen und verfolge weiter meinen Stufenplan für den Syltlauf 2012 in sub 3 Stunden

…habe ich Stufe 3 von 12 erfolgreich absolviert

…habe ich auch mal wieder 3 Spiderfrogläufe absolviert, habe aber noch Schwierigkeiten mit der Ansicht, der Google Earth leider schnell generalisiert und die feinen Ecken und Kanten nur in starker Vergrößerung zu sehen sind. Wird die Stadt bildschirmfüllend angezeigt, sieht man leider nur einige komische schräge Linien

…habe ich mein Dusch-(aka Fitness-)abo gekündigt. Vorbei ist nun die Zeit der Vorbüro- und Mittagspausenläufe

…habe ich meine Flugkasse nicht geleert, Faulheit siegt

…war ich Teilnehmer bei einem Einladungstriathlon in Leipzig am Cospudener See. 450m Schwimmen, 11km Rad und 3 -wer hätte es gedacht – Laufen. Meine letzten geschwommenen Meter waren zwar über ein Jahr her, aber die kurze Entfernung stellte zum Glück kein Hindernis dar, immerhin stieg ich mit Feindkontakt als 19. aus dem Wasser und konnte gleich beim Wechsel auf das Rad einen Platz rausholen. Mit knapp 70 Rennradkilometern aus den letzten 12 Montaten in den Beinen ging ich auf die Seerunde. Die Klickschuhe habe ich aus Gründen der Zeitersparnis sofort gegen die Laufschuhe eingetauscht, den runden Tritt beherrsche ich leider noch nicht und rechnete mir daher keinen großen Zeitverlust aus. Mit ordentlich Dampf ging ich die ersten Meter an und verlor nur etwas Zeit beim Wegsuchen. Kurz vor der Hälfte konnte ich dann leider 3 Plätze gewinnen, da 2 Mitfahrer gestürzt waren und einer erste Hilfe leistete. Gegen Ende der Radrunde konnte ich dann einen weiteren Fahrer einsammeln und einige Sekunden vor ihm wechseln. Durch einen kleinen Verlaufer konnte er mich dann direkt wieder einsammeln, zeigte mir aber seine Shirtaufschrift nur kurz in lesbarer Größe. Etwas langsamer als geplant (5:25 statt 5:00) trudelte ich dann nach insgesamt knapp 50 Minuten im Ziel ein. Drittletzter insgesamt, vorletzter Mann. Die meiste Zeit habe ich beim Laufen verloren, aber daran arbeite ich ja zur Zeit. Zu meiner Verteidigung kann ich noch die unmenschliche Startzeit von 09:00 anführen, zumal ich am Vorabend erst gegen 02:00 von einem Konzert zurückgekehrt war. Aber bei 3 Minuten Abstand auf den Vordermann hätte ich auch ausgeruht keinen Platz weiter vorn gefinisht. Schade war aus Sicht der Positionskämpfe das DNF der drei Mitstreiter, dadurch war mein Lauf ziemlich einsam. Insgesamt war es eine sehr schöne, kleine und familiäre Veranstaltung, angenehm entschleunigt in dieser schnelllebigen Zeit. Wiederholung nicht ausgeschlossen und definitiv erwünscht.

Anspruch und Wirklichkeit

Mai 26th, 2011

Seit knapp 4 Jahre schwinge ich nun das Laufbein, seit fast vier Jahren laufe ich Idealen und Zielen hinterher. Setze ich mir keine Ziele, leidet mein Training darunter. Setze ich die Ziele zu niedrig, sind si schnell erreicht und ich habe wieder keins mehr oder, schlimmer, ich stoppe kurz vor dem Ziel, weil es ja schon gleich erreicht ist. Setze ich mir das Ziel in zu weiter Ferne (zeitlich oder quantitativ), werde ich von der Last erdrückt oder, schlimmer, ich lasse es schleifen, weil es ja noch so weit weg ist. Eine sinnvolle Zielsetzung war mir bislang noch nicht vergönnt. Fremdgesetzte Einflüsse von außen versuche ich sowieso zu ignorieren, wobei die Intention nicht in der Abwehr fremder Meinungen liegt, sondern im Wunsch nach Selbstbestimmung. Selbstverständlich wird man den ganzen Tag von vielen Dingen beeinflusst und nimmt an vielen Orten bestimmte Eindrücke mit. Es gibt verschiedene Schlüsselreize, die zu sofortiger Wirkung bei mir führen, die ich aber jetzt hier auch nicht in ganzer Form ausbreiten möchte, die aber aus verschiedenen Bereichen stammen. Farben, Formen, Gefühle, Geschichten. Dabei ist mir wichtig, dass diese Informationen nicht offensiv an mich herangetragen werden (nach dem Motto kauf mich, nimm teil, fahr da hin), sondern eher verdeckt durch die Hintertür. Viel Wert lege ich auf Erfahrungsberichte Anderer, die sich in vergleichbarer Situationen befinden oder ähnliche Ziele Verfolgen. Je mehr Hintergrundinformationen man über den Meinungsäußernden besitzt, desto besser lässt sich seine Aussage einordnen und bewerten. Erfahrungsberichte zu Laufschuhen interessieren mich z.B. nur, wenn der Träger körperlich ähnlich gebaut ist, vergleichbar läuft bzw. trainiert und über auch nicht nur die Herstellerbeschreibung rezitiert.
Auf Events oder Läufe bezogen üben einige aus unterschiedlichen Gründen eine besondere Faszination auf mich aus. Teils, weil “man es mal gemacht haben muss”, teils weil ich sie gern einmal gemacht haben möchte. Es gibt z.B. Orte die mich reizen (Sylt, Schwetzingen, Hockenheimring z.B.), lustige Entfernungen, spaßige Namen, verrückte Ideen. Meist sind es die vermeintlich schwersten Läufe oder Veranstaltungen, an denen ich teilnehmen möchte. Mittelmaß ist für mich meist uninteressant, auch wen es eher meinen Möglichkeiten entsprechen würde(oder noch darunter, wenn ich so auf die letzten Ergebnisse schaue). Mit die zuerst erhaltene Info zum Thema 10km-Lauf war eine Klassifizierung der Läufer nach Zeit. Unter 50 Minuten sollte man kommen, um vom Jogger zum Läufer zu werden, unter 40 Minuten ist dann die ultimative Grenze zum Sportler. Ähnlich gelte es beim Marathon die 4-Stunden-Marke zu unterschreiten, um auf die erbrachte Leistung so richtig stolz sein zu können. So wie die zuerst gehörte Platte einer Band oft subjektiv die beste ist, funktioniert das bei mir auch mit Meinungen und Aussagen. Aus dem Grund versuche ich auch, im Vorfeld die erhaltenen Informationen sinnvoll zu filtern und die bekannt blödsinnigen gleich zu ignorieren.
Ich kann tun, was ich will, die 4-Stunden-Marke des Marathon spukt immer im Hinterkopf, genauso der Ironman. Nach monatelangen Wehwehchen muss nur mal ein Lauf einigermaßen ordentlich gelingen, schon schmiedet mein Kopf die wildesten Phantasien. Auf den letzen Kilometern des Syltlaufs z.B. habe ich gedanklich, da ich ja nun 33,333km schmerzfrei absolviert hatte, direkt das Marathontraining fortgesetzt, natürlich mit höherer Geschwindigkeit und dem dann folgenden Marathon. Achja, und wenn ich den habe, dann kann ich mich ja auch gleich wieder dem Traumziel Ironman widmen, 2013 könnte das dann ja klappen. Aufgebaut auf der Fitness dann vielleicht mal nach Biel oder den Marathon des Sables? Wie war des noch mit einer Alpenüberquerung, kann man den Appalachian Trail vielleicht wirklich durchlaufen, oder mit der Strickleiter auf den Mond kommen…
In der Realität folgte auf den Syltlauf eine einwöchige Laufpause. Die nächsten Läufe danach schrien beide Achillessehnen in den schillernsten Phasen wie schon seit Monaten nicht mehr. Statt fortgesetztem Training waren kurze Läufe mit langen Regenerationspausen angesagt. Als das Laufen wieder einigermaßen ging, gab es keine Basis mehr, auf der man aufbauen konnte. Also wieder von vorn, das passiert also nicht nur in München… Dann der erste Tempolauf, endlich wieder mal ein km unter 5 Minuten, dann ein 3,33km-Lauf in mit 05:05. Während ich so dahinlief, waren meine Gedanken natürlich schon wieder viel weiter… blablabla, Strickleiter zum Mond, die kennt ihr nun ja schon. In der Realität muss ich jedes Intervalltraining oder jeden Tempodauerlauf mit einigen Tagen Unwohlsein (Synonym für diverse Ausprägungen) bezahlen, in denen ich natürlich wieder nicht ordentlich trainieren kann.
Noch nie habe ich hier im Blog die Schmerzen am Ballen des rechten Fusses erwähnt, die ich seit einigen Monaten habe, mal mehr, mal garnicht, mal weniger. Teilweise kann ich am Tag nach einem Lauf nur mit Außenseite des Fußes auftreten. Im Verdacht habe ich einige längere Läufe mit kaum gedämpften Schuhen oder eben Läufe mit plattgelaufener Dämpfung. Als Gegenmaßnahme habe ich mir jetzt ein neues Paar Laufschuhe zugelegt, die sich zwar super am Fuß anfühlen und ein sehr gutes Laufgefühl bieten (wie im Wohnzimmer – Brooks Glycerin 8), aber leider meinen Fuß nicht beeindrucken. Der gleiche Druckschmerz am Ballen. Durch die gute Fersenhaftung des Schuhs hat zudem die Achillessehne wenig Freiraum und bedankt sich mit Wehklagen. Schöner Schuh, weiterhelfen tut er mir aber leider nicht.
Achja. Schuhe, Füße, Strickleiter… So ein Ultralauf, das wäre ja mal was. Meine bisherigen langen Läufe wurden zumeist von meinen Füßen gebremst. Körperliche Kraft und Muskeln standen meist noch zur Verfügung, die Füße wollten aber nicht mehr. Unvergessen die 50km, die ich im Halbfinale des WM-Laufspiels zurückgelegt habe, wenn auch innerhalb von knapp 20 Stunden. Der abschliessende 10er war die reine Hölle, ein pures Dahingequäle. Ähnliche Erfahrungen habe ich schon immer an diversen Veranstaltungen gemacht, nach einigen Stunden(2-3) kann ich kaum noch stehen. Das war leider schon immer so, ob jung oder alt, dick oder nicht ganz so dick. Bei diversen Wanderungen war bislang jeweils bei ca. 20km Schluß mit lustig, und das auch nur 3 Tage am Stück. Zunächst habe ich das Wanderproblem auf Schuhe und Klima geschoben, aber nach jahrelangen Tests mit verschiedenen Schuhen, Socken und auch Klimazonen haben meine Füße sich fast unverändert verhalten. Nach 20km beginnt das Wehklagen, nach 3 Tagen muss ein Ruhetag her. Im April war ich 84km unterwegs, mit neuen Schuhen, guten Socken und bei trockenen Konditionen. Nach Rückkehr waren meine Füße trotzdem geschwollen und druckempfindlich, ganz glatt und glänzend durch die Oberflächenspannung. Da hilft wohl nur ein Schulterzucken und die Einsicht: Ist wohl so, leb damit. Leider bombardiert dieser Zustand meine Weitwanderpläne, ich kann und will mich als vermeintlich schwächstes Glied keiner Gruppe anschliessen, Solotouren sind je nach Ziel nicht ganz ungefährlich, zudem muss man die ganze Ausrüstung selbst schlörren. Statt von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang unterwegs sein zu können, muss ich schon eher die Segel streichen oder pausiere mehr als ich laufe.
Durch den fehlenden Rucksack komme ich zwar beim Laufen einige km weiter, aber auch nicht viel. Richtig locken würde mich das Erlaufen z.B. vom WestHighlandWay oder auch von diversen Wegen in Deutschland (Malerweg, Rheinsteig oder so), aber mit den Bergen und den bislang begrenzten Laufmöglichkeiten macht das leider wenig Sinn. Nach 4-5 Stunden wäre ich spätestens “durch” und es wäre noch so viel Tag übrig…
Der Marathon eines Ironmans muss natürlich auch durchgelaufen werden, sonst dürfte ich mich nicht mit Stolz Ironman nennen. Riesefreude ja, Ironman nein.
Der Rennsteig oder ein richtiger Berglauf klingt zwar auch interessant und verlockend, aber mit den Bergen werde ich nicht richtig warm. Spaß ist anders. Ich bin schon mehrfach den Turmberg hier in Karlsruhe hochgelaufen, ca 120HM auf 1,5km, und fand das immer recht witzlos. Sobald es etwas steiler wurde, ist das Vorwärtskommen doch sehr erschwert und hat in meinen Augen (bzw. Leistungsfähigkeit) nur noch wenig mit Laufen zu tun. An diesen 2 Stellen(ca. 14%) hatte ich echt das Gefühl, gehend nicht wirklich langsamer zu sein. Die Aussicht ist dann zwar toll, aber mit Puls 185 verschwindet sowieso alles hinter einer roten Nebelwand. Wenn mal eine kleine Steigung in einem Lauf ist, bitte, aber wie auf dem Rennsteig 20km am Stück hochrennen? Der Turmberg ist immerhin nur ca 1,5km lang und der Spuk ist schnell vorbei. Oder der K78 in Davos. Hoch, hoch, hoch. Undenkbar. Es geht bei diesen Läufen nicht immer nur ziemlich weit, sondern auch andauernd hoch, natürlich bei einem Steig oder einem Berglauf wenig verwunderlich. Dann kam aber für mich der persönliche Abschuß. Ich habe bewegte Bilder gesehen und Reportagen gelesen! Es sind nur die stärksten Läufer im Feld, die die Anstiege auch komplett laufen, der Großteil der Starter marschiert strammen Schrittes hinauf. Bei einem Lauf!  Ziel verfehlt in meinen Augen, da bin ich Hardliner. Bei allen offiziellen Veranstaltungen halte ich mich z.B. strikt an die Wegmarkierung, um auch nicht einen Meter zu wenig zu laufen, immerhin will ich meine Zeit für 10km am Ende stehen haben und nicht für 9,89km. Beim Syltlauf bin ich mit einer Läuferin zusammengestossen, die rechts neben mir lief und, wie alle vor uns, in einer Linkskurve abkürzen wollte. Plötzlich war ich 20 Meter hinter der Gruppe und konnte erst durch einen Zwischenspurt mit Hass und Wut im Bauch vorbeiziehen, nicht umsonst ging es hier früher um Laufrage und Negativmotivation. Ich möchte keinesfalls irgendwem auf den Schlips treten oder, noch weniger, die Leistung von irgendwem schmälern. Die erbrachte Leistung bei einem Ultralauf ist riesengroß, egal wie und auf welchem Wege sie erbracht wird. Nur frage ich mich halt, wie man “Hauptsache angekommen und durchgehalten” einordnen soll, wenn z.B. die letzten 20km eines 100er gegangen werden? Sicher hat man 100km zurückgelegt, aber welchen Wert haben die letzten km noch? Man muss natürlich die Gründe für den Walkerabschnitt beleuchten, die wahrscheinlich bei jedem Starter anders sind. Ist jemand z.B. schnell angegangen, um eine bestimmte Zeit zu erreichen, oder hat einfach zu wenig trainiert oder es ist zu heiss oder oder oder. Man kann es trotzdem drehen wie man will, durchgelaufen war das nicht. Falls ich jemals an einer solchen Veranstaltung teilnehmen sollte, wäre ich nur durchgelaufen so richtig zufrieden. Eigentlich bin ich sogar gegen jegliche Verpflegung auf der Laufstrecke, aber irgendwann hat dann die Vernunft und der Wunsch nach längeren Läufen auch im Sommer gewonnen. Auch Laufbegleitungen, Zugläufer und ähnliche Hilfsmittel sind für mich kritisch, andererseits ist der Unterschied zwischen einer Marschtabelle auf dem Unterarm kontrolliert mittels Stoppuhr auch kaum anders, als dem Mann mit 4-Stunden-Luftballon hinterherzurennen.
Und das DNF? Ein schwieriges Thema. Ist mir beim StrongmanRun 2010(da darf man gehen – Hindernislauf) passiert. Auf den rechten Arm gefallen (irgendein Sehnenknotenpunkt, der zum Heben des Armes zuständig ist) und Beeinträchtigung bei jedem Schritt. Nur mit größten Schwierigkeiten konnte ich fast-einarmig das Spinnennetz überwinden (zieh dich mal hoch, wenn du als Rechtshänder nur den linken Arm nutzen kannst und der rechte mit Mühe und Not stützen/halten kann), dann folgte aber das Schwimmhindernis. Ich gestehe jedem das Recht und auch die freie Entscheidung für die Pussylane zu, für mich ist sie jedoch keine Alternative. Aber sollte ich nun einarmig Brust schwimmen, in eiskaltem Wasser? Und das rauskrabbeln auf allen vieren (dreien!), wie das? Im Internet wurden zudem wahre Hassgebilde gegen Nichtschwimmer aufgebaut, die ich zwar nicht wie erwähnt unterstütze, deren Ziel ich aber auch nicht sein wollte. Jetzt könnte man einwerfen, was mich die 20 Leute, die mich beim Nutzen der Pussylane gesehen hätten, interessieren sollten, aber ich kann mich leider nicht davon freisprechen. “weisst du, ich habe nen wehen Arm und konnte nicht schwimmen, sonst wäre ich natürlich…”. Sicher hätte ich den Lauf zu Ende gehen können, Laufen war durch den stechenden Schmerz auch in den Wochen darauf kaum möglich, Krafttrainig (alles mit Arme dabei) über ein halbes Jahr nicht. Also hätte ich die letzten 4-5km wohl gehen müssen. Wofür? Für eine Strecke, die ich in Normalzustand draufhabe? Für Hindernisse, die bereits in der ersten Runde bewältigt wurden? Leider hat mich im Nachgang keiner offen kritisiert, sondern es kam höchstens Aufgeben erfordert auch Stärke oder so. Kann ernstgmeint sein, muss aber nicht. Genau hier wären mir dann Ratschläge, was ich hätte tun sollen lieber gewesen. Wie mans macht…
Jeder Bericht, der das “Hauptsache Ziel” propagiert, gibt mir in Bezug auf mein DNF einen Stich. War meine Wahl richtig? Hätte ich durchziehen sollen, auch gegen meine Prinzipien? Halten mich alle für einen Schwächling? Bin ich es etwa?
Ich will, ich will nicht, ich kann, ich kann nicht, ich möchte, ich möchte nicht, man darf, man darf nicht, ich darf, ich darf nicht. Könnte, hätte, wenn, tätärä.
Du kannst alles, was du willst, du musst es nur tun. So lautet der offene oder verborgene Subtext vieler Berichte. Dazu von mir ein recht bestimmtes Nein, so einfach ist das nicht. Auch hierzu könnte ich jetzt absätzeweise etwas dazu schreiben, kurz zusammengefasst halte ich diese Sichtweise aber für sehr gefährlich, außerdem sollte die Aussage noch um Worte wie “irgendwie”, “Zeitaufwand”, “Talent” u.ä. ergänzt werden. Meinen vollsten Respekt, Neid und Bewunderung für Menschen, die nach 2,3 Jahren Laufen 4-fach-Ironmans oder 24-Stunden-Läufe absolvieren können, als direktes Vorbild taugen sie in meinen Augen allerdings nicht, eher als Verführer oder Überlastungstreiber (seht her wie leicht das alles ist – kaum trainiert, trotzdem akzeptable Zeit, länger, weiter, Hauptsache gefinished). Manchmal fühle ich mich dann auf den Pausenhof der Schulzeit zurückversetzt. Gesprächsfetzen vor und nach der Klausurrückgabe: Oh ich habe garnicht gelernt, lief das schlecht, ich armer, ich hab bestimmt ne 5, ich hätte mehr lernen sollen, ich bleibe bestimmt sitzen, ich armer, ach du auch, lief auch nicht gut, auch schlechtes Gefühl, juhu, ich hab eine zwei, wie konnte das sein, ich konnte doch nichts, ist das toll, und du, vier minus, warum denn, war doch garnicht so schwer…
Zerrissenheit pur, Ambivalenz, Unlogik, zwischen Idealen und Prinzipien hinundhergerissen. Ein kurzer, kleiner Einblick…

Was geht?

Mai 15th, 2011

Ich zum Glück nur selten, endlich liegt mal wieder eine Woche mit 3 Laufeinheiten hinter mir. Ein “Tempo”-Dauerlauf, ein Intervalltraining und ein Spiderfroglauf. Apropos Spiederfrog: Ich hab letztens mal die bisherigen Läufe in Google Earth eingebaut, weiß aber noch nicht, wie ich das veröffentlichen kann oder darf.
Beim Intervalltraining bin ich dreimal unter den geforderten 5:20 geblieben und habe somit die erste Hürde für den Syltlauf 2012 genommen. Als nächster Test stehen jetzt die 3,33km in 18 Minuten an. Sonst laufe ich so vor mich hin und plane wie angekündigt keine weiteren Wettkämpfe. Letzten Sonntag war ich sogar mal Zaungast bei der badischen Meile und habe mir das komlette Feld angesehen. Den späteren Sieger habe ich schon 100m vorher gehört, so laut war seine Atmung. Bewundernswert, wie der sich reingehängt hat. Die nächsten Läufer mit einem solch optisch deutlichen Anstrengungslevel kamen dann erst in der Dickbauchfraktion. Nach ca. 200 Startern lief dann plötzlich keiner mehr an meinem Standort vorbei, der Mob hatte sich einen neuen Weg gesucht und einfach so die Strecke um locker 30m abgekürzt. Interessant, das der Bürgersteig nicht im Vorfeld zur Verhinderung abgesperrt wurde, andererseits haben die Hütchen den Weg auch deutlich gewiesen. Vielleicht sehe ich das etwas zu verbissen, aber in meinen Augen muss eine Strecke auf die vorgegebene Art und Weise absolviert und darf nicht abgekürzt werden. Wie sich allerdings im Nachhinein herausstellen sollte, war die Strecke sowieso fast 300m kürzer als angegeben. Bemerkenswert fand ich noch die Tatsache, dass nach den ersten Walkern noch einige Läufer folgten, ein guter Grund um den Laufschuh an den Nagel zu hängen… hoffentlich passiert mir sowas nie, weit bin ich bei meinem momentanen Schleichtemo bestimmt nicht davon entfernt. Etwas schade war die Begeisterungsfähigkeit der Zuschauer in meiner Ecke, die nur still zugeschaut und nur ausgewählt Bekannte angefeuert haben. Nach einiger Zeit war es mir dann leider zu blöd, als einziger zu klatschen und habe mich auch nur noch aufs Beobachten beschränkt. So einen Lauf mal von der anderen Seite aus betrachtet zu haben, war auf jeden Falle eine interessante Erfahrung. Erschreckend und überraschend, wie langsam alles jenseits der 5min/km aussieht!

Bis zur nächsten Tour werden jetzt einige Monate ins Land gehen. Es wird zu warm und zu bevölkert auf den Wegen. Damit mir nicht langweilig wird, habe ich mir die Suche nach einem neuen Zelt zur Aufgabe gemacht. Vor 3,5 Jahren habe ich mir ein Zelt von McKinley gekauft. Die Intention war, ein leichtes Zelt für wenig Geld zu bekommen. Ich musste mir eine komplette Ausrüstung zusammenstellen und wußte noch nicht genau, wie mir Mehrtagestouren mit Soloübernachtungen überhaupt gefallen würden. Dann lieber ein teureres Zelt erst nach positiv verlaufenem Test kaufen. Diesen Punkt habe ich jetzt glücklicherweise erreicht, der Spaß ist noch voll da. noch mehr wörter dazu »