Ich habe mich ihm, dem Ertrinkenden, am Donnerstag sehr nahe gefühlt. Nicht im Hinblick auf die Gefährdung, aber vermeintlich mit Ähnlichkeiten der Gedankenwelt, wie ich sie mir vorstelle. Ich hatte mir ein Kajak gemietet und befand mich auf einem  See. Schon beim Einstieg fühlte ich mich unwohl und sehr gequetscht. Der Vermieter war aber schon weg, also musste ich mit diesem Boot vorlieb nehmen. Nach 15 Minuten fing mein Rücken an zu schmerzen, ein kurzer Stopp am Rand sorgte für Entspannung, die aber wieder nur wenige Minuten anhielt. Gleichzeitig kam ich in Gefilde mit ordentlich Ströung und es zog starker Wind auf. Die Rückenschmerzen zogen durch den ganzen Körper und beeinflussten auch die Atmung. Ich konnte mit der Hüfte kaum noch ausgleichen, mich aber aufgrund des Wellengangs auch nicht treiben lassen. Mit letzter Kraft konnte ich mich in morastiges Gebiet retten. Der Wind wurde stärker und meine Lust auf Kajak schwand. Es half aber alles nichts, ich musste zurück. Jetzt auch noch komplett gegen die Strömung. Schaukeln, Wellengang, Ströung, wenig Luft, Rückenschmerzen. Ich hatte Gedanken, mich jetzt einfach umkippen zu lassen, einfach loszulassen, um die Qual zu beenden. Mit Mühe brachte ich mein Paddel auf die Abtrennung zum Schwimmerbereich und einer weiteren Pause. Jetzt waren es nur noch wenige hundert Meter. Die Abschnitte des Paddelns wurden immer kürzer – lass dich doch einfach ins Wasser gleiten…dann ist Ruhe!

Woran es genau lag? Keine Ahnung. Rückenschmerzen habe ich schon seit einigen Wochen, aber eher seitlich. Kajak zu klein? Kein richtiger Sitz und dadurch keine Stütze im unteren Rücken? Egal, schnell wieder hin um kein Trauma zu bekommen!